Wer die Karibikinsel bereist, wird das Essen am Straßenrand lieben lernen. Denn es wird viel mehr geboten als nur Fisch und Fleisch - die brodelnden Eintöpfe gehören zum Lebensstil einfach dazu. Street Food ist das kulinarische Herzstück Jamaikas!
Unser Fahrer heißt Delroy. "Aber ihr könnt mich Everton nennen", bietet er uns an. Auf Jamaika gilt nämlich: je mehr Namen, desto mehr Geliebte! Und Delroy/Everton scheint einen ganzen Harem zu unterhalten, denn auf der Fahrt vom Flughafen nach Ocho Rios, unserem ersten Ziel, bimmeln seine Handys ununterbrochen. Ocho Rios ist ein altes Fischerdorf im Norden der Insel, das mittlerweile zur Touristehochburg mutiert ist. Hotels reihen sich aneinander, und auch das Couples Sans Souci sehen wir schon - unsere Unterkunft für die erste Nacht. Doch bevor wir einchecken und ins Bett fallen, gibt's erst mal eine Stärkung in der Sportsbar The Joint. Besitzerin Jackie sieht uns sofort an, wie erschöpft wir vom Flug sind, und zieht zwei Gläser mit starkem Karotten-Ingwer-Saft hervor. "Das ist ein richtiger Wachmacher", warnt sie. "Dafür brauchet ihr ein bisschen Mumm."
Gut erfrischt, wachen wir am nächsten Morgen im Couples Sans Souci vom Rauschen der karibischen Wellen auf. Zum Frühstück gibt es Akee, Salzfisch, Callaloo und Festival Dumplings. "Genau das macht Usain Bolt so schnell", klärt uns der Koch auf. Im Laufe der Reise sollen wir noch viele Gerichte kennenlernen, die mit den Leistungen des strahlenden Olympiasiegers in Verbindung gebracht werden. Eines ist uns auf jeden Fall jetzt schon klar, die Festival Dumplings sind schwer und sättigen genug, um jeden in Weltrekordzeit müde zu machen. Nach einem kleinen Nickerchen geht es weiter zum Ocho-Rios-Markt. Hier sind die Menschen, wie überall, sehr freundlich und liebenswürdig. Aber sie sind auch alle (wie unser Casanova-Fahrer) von ihrer sexuellen Potenz besessen. Adam beispielsweise zeigt uns Früchte mit den merkwürdigsten Namen: Annona, Naseberry-Frucht und Stinking-Toe. "Damit geht's rund ...", so eine Verlaufsmasche.
Egal, wohin wir gehen, überall sprechen die Leute mit uns in einem fantastischen Englisch, das aus dem viktorianischen Zeitalter stammen könnte. Untereinander sprechen sie jedoch in einem schnellen, melodischen Patois (jamaikanischen Kreolisch). Und das zumeist sehr laut - schließlich gilt es, die allgegenwärtige Reggae-Rhythmen zu übertönen.












