...holt mich hier raus! Tonnen von Fisch werden als unerwünschter Beifang zurück ins Meer geworfen, weil wir ihn nicht als Speisefisch kennen. Mit Jamies tollen neuen Rezepten wird sich das sicher ändern!
Anfang 2011 starteten Hugh Fearnley-Whittingstall, Gordon Ramsay, Heston Blumenthal, Arthur Potts Dawson und ich mit dem Sender Channel 4 die Kampagne „Big Fish Fight“ gegen den Rückgang der Fischbestände. Ich bin stolz darauf, dass die Initiative einen schier unglaublichen Erfolg zu haben scheint. Der wichtigste Mann an Bord war für mich Hugh. Schließlich war er es, der die Aktion ins Leben gerufen hat. Er hat Erstaunliches geleistet, als er nach Brüssel gefahren ist, um Abgeordnete des Europäischen Parlaments zu treffen und sie dazu zu bringen, über die sinnlosen Ausschüsse der Fischindustrie zu reden: all diese verschwendeten Fische, die als Beifang im Netz landen, nur um dann tot zurückgeworfen zu werden!
Ich denke, wir haben die Augen geöffnet für das, was da passiert: Die Europäische Union will ihre Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) reformieren und auch die Öffentlichkeit hat reagiert. Sie gibt nun auch anderen Arten als den Klassikern Kabeljau, Schellfisch, Thunfisch, Lachs und Garnelen eine Chance. In meiner Restaurantkette Jamie’s Italian fragen immer mehr Gäste nach Kliesche und Franzosendorsch, woraufhin wir gleich unsere Karte erweitert haben. Mich fasziniert zu beobachten, wie ein neuer Markt für Fische entsteht, die früher weggeworfen wurden.
Das Wichtigste dabei ist, dass das öffentliche Interesse geweckt wurde und Verbraucher mehr Informationen und eine bessere Auswahl fordern. Dafür können wir uns nur bedanken. Im Endeffekt sind es die Käufer, also Sie, die die Fischindustrie und Handel wachrütteln und dazu bringen, etwas zu verändern. Um dies zu unterstützen, möchte ich Ihnen diese Rezepte mit eher unbekannten Fischarten ans Herz legen. Denn es geht nicht darum, komplett zu verzichten, sondern darum, aus nicht gefährdeten Arten fabelhafte Gerichte zu zaubern. Guten Appetit!
Fünf große Erfolge der Kampagne „Big Fish Fight“
Die Europäische Union überarbeitet ihre Gemeinsame Fischereipolitik (GFP), insbesondere die Regelungen zu Ausschüssen und Fangquoten.
Dänemark, Frankreich und Deutschland unterzeichneten eine Erklärung, in der sie sich für eine schrittweise Einführung des Verbots von Ausschüssen aussprechen. Ein großer Schritt, der sich hoffentlich auch auf die GFP auswirken wird.
Princes, der größte Anbieter von Dosenthunfisch in Großbritannien, versprach, dass Ende 2014 der gesamte von ihnen verkaufte Thunfisch entweder mit Angelrute oder Leine und ohne Fischsammler gefangen werden soll. Fischsammler sind große Plattformen, die auf der Meeresoberfläche ausgebracht werden. Dadurch entsteht ein Mini-Ökosystem, das Fischschwärme anzieht, und so kommt es zu riesigen Beifangmengen und Ausschüssen. Verzichtet man auf Fischsammler, ist das ein großer Erfolg.
Das britische Magazin The Grocer schreibt: „Der Supermarkt Sainsbury’s erreicht fast die doppelte Verkaufsmenge an Klieschen und die Kette Young’s nimmt panierte Makrelen in ihr Angebot auf.“ Super, dass mehr weniger bekannte Fischarten ihren Weg in die Regale der Supermärkte finden. Mehr als 776 500 Menschen haben mittlerweile unterschrieben, um Hughs Kampagne zu unterstützen.
Mehr Infos zum Thema auf www.fishfight.net
















